Bodenschäden

Zu Bodenschäden im Wald findet man umfassende Informationen auf der Website „waldkritik.de“ http://www.waldkritik.de/

Kommentare von Karl-Friedrich Weber aus seiner Facebook-Seite „Waldwahrheit“ zum Thema Bodenschäden im Wald findet man hier:

http://waldproblematik.de/bodenschaeden/


Sehr lesenswert ist der Brief von Lutz Fähser an die Initiative „Waldkritik“ vom 22.08.2015, veröffentlicht unter: „Eine gewichtige Stimme zum Bodenschutzkonzept„:

„Die tatsächliche Praxis des Holztransportes vom Stubben bis zur LKW-Straße ist in Deutschland ganz überiegend unerträglich wald- und naturschädlich. Wir Förster haben uns daran gewöhnt, die Bevölkerung hat gesagt bekommen, dass es nicht anders gehe. (…)
Bei anspruchsvoller Auslegung der Naturschutz- und Forstgesetze sind solche offensichtlich schädigenden Praktiken nicht rechtmäßig. Aber die Kontrollinstanzen von amtlichem Naturschutz und ordnungsgemäßer Forstwirtschaft sind bisher kaum tätig. (…) Das Bodenproblem ist nur eines von mehreren Problemen, die in der modernen Forstwirtschaft behoben werden sollten bzw. gar nicht erst entstehen sollten.“

http://www.waldkritik.de/?tag=lutz-faehser


Unter „(Fach-)Texte“ finden sich auf dieser Website auch Kommentare von Karl-Friedrich Weber zum Thema Bodenschäden durch die mechanisierte Holzernte

http://waldproblematik.de/bodenschaeden/


Über die Bedeutung der – bedrohten ! – Ressource Boden:

Die 2.000 m2 von denen wir leben (sollten)“ von Bodenkunde-Prof. i.R. Günter Miehlich (2015)

http://www.bodenwelten.de/content/die-2000-m2-von-denen-wir-leben-sollten



Hochwasser durch Rückegassen und Forststraßen

Durch die schweren Harvester verlieren die betroffenen Waldböden ihre „Schwamm-Funktion“, also ihre Wasseraufsaug- und -rückhaltefähigkeit. Die breiten Rückegassen und „Forstautobahnen“, die in die Wälder, und zwar auch in die Bergwälder gebaut werden, fungieren dann als wasserableitende „Bachbetten“, bei Hochwasser auch gleich als „Flussläufe“. Den Einnahmen für die Staatsforsten aus der Holzernte stehen (leider nicht nur) die Flutschaden-Kosten gegenüber.

Hierzu eine gute Sendung des bayerischen Fernseh-Magazins „Quer“ vom 24.09.2015:

https://www.youtube.com/watch?v=u2QYqowVaEg


Zu dem Forststraßen- und Rückegassenbau an dem Schareben-Berg im Bayerischen Wald hier auch ein Zeitungsartikel:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/bayerischer-wald-breite-trassen-im-bergwald-1.2640861


Hierzu hat der bayerische Forstoberrat im Ruhestand Herr Hartmut Strunz folgenden Kommentar verfasst, den ich nun hier mit seinem Einverständnis poste:

Es hat mich als Forstmann beschämt, wie der ansonsten nette Bodenmaiser Forstbetriebsleiter Völkl in der Sendung aussagt, dass er keinen Zusammenhang seiner Forstwegebautätigkeit mit erhöhtem Wasserabfluss sehen kann und noch dazu von Wasserwirtschaftlern gestützt wird. Ein Blick auf die Landkarte der Hänge am Kleinen Arber zeigt ein dichtes Netz v.a. in jüngerer Zeit entstandener hangparalleler Forststraßen. Diese sind stets – wie auch auf den Bildern zu sehen – mit kilometerlangen Hanganschnitten und bergseitigen Entwässerungsgräben verbunden, aus denen zwangsläufig alles oberflächliche Sickerwasser an die Oberfläche austreten muss und beschleunigt an den Hängen abfließt. Schon in der forstlichen Grundausbildung lernt man dieses Phänomen, das auf den eiszeitlich geformten Böden des Bayerischen Waldes besonders ausgeprägt ist als „die nachschaffende Kraft des Hanges“ die zu hervorragendem Baumwuchs an den Unterhängen führt. Leider konterkariert Völkl  diesen Effekt und die Bemühungen der Staatsforsten, sich gerne als „seit Jahrhunderten nachhaltig wirtschaftend“ besonders heuer im „Jahr des Waldnaturschutzes“ darzustellen. Das tatsächliche Handeln gerade seit der Forstreform vor 10 Jahren ist nämlich alles andere als  nachhaltig betrachtet man nicht nur die Holzproduktion in Festmetern sondern die vielfältigen sonstigen Funktionen des Waldes (Arten- und Lebensraumschutz, Erholungsfunktion usw.). Es stimmt nämlich nicht, wenn Völkl sagt, dass man „schon immer so“ im Wald gewirtschaftet hat – mit dichtem Forststraßen- und  Rückegassennetz das selbst große Waldflächenanteile verschlingt.  Im nahen Nationalpark Bayerischer Wald hat man aus dieser Fehlentwicklung gelernt und inzwischen weit über 100 km Forststraßen zurückgebaut und arbeitet weiter daran um damit u.a. auch um dem natürlichen Gebietswasserhaushalt wieder näher zu kommen. Ich würde mir wünschen, dass der BR weiter an dem haarsträubendem Thema „Bayerische Waldnaturschutzpolitik“ (Beispiel Thema Steigerwald!) dranbleibt. Vielen Dank!

Hartmut A. A. Strunz, Röttenbach  – Sept. 2015

(Anm.: Hervorhebungen vom Seitenbetreiber)


Auch die BR-Radiosendung „300 Jahre nachhaltige Fehlentwicklung“ geht auf das Problem der nachlassenden Wasserspeicherfähigkeit bewirtschafteter Wälder, insbesondere Bergwälder, ein:

http://www.br.de/radio/bayern2/wissen/iq-wissenschaft-und-forschung/deutscher-wald-100.html


In der neuen Ausgabe (1/2016) der „Geographischen Rundschau“ findet sich auf S. 46 ff ein interessanter Artikel: „Abflussbildung und Bodenerosion auf Forstwegen“, also nicht nur „Arbeitsmarkt und demographischer Wandel“. Auf der verlinkten Seite auf „Vorschau“ klicken!

http://www.geographischerundschau.de/shop/artikel/51160100/Geographische-Rundschau-Arbeitsmarkt-und-demographischer-Wandel

 

 

Ein "Lotse" durch den Info-Dschungel zur Wald-Problematik in Deutschland