Gedanken

GEDANKEN zu verschiedenen Themen, von Karl-Friedrich Weber

01.05.2017:

Gedanken zum 1. Mai …
nach Erich Fromm: Haben oder Sein – Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft – 1976

Die holistische Ansicht, nach der die Welt ein unteilbares Ganzes bildet, ist ein altes Erklärungsmodell. Es wurde durch den uns geläufigen Dualismus verdrängt, der Geist und Körper als völlig verschiedene Kategorien ansieht.

Wir nehmen zurzeit einen revolutionären Paradigmentenwechsel in den Wissenschaften wahr, vor allem in der Physik. Das traditionelle Konzept der Kausalität wird zunehmend aufgegeben.

Die Maxime C.F. von Weizäckers, nach der Bewusstsein und Materie verschiedene Aspekte derselben Wirklichkeit seien, deutete diesen Wandel schon vor Jahren an.

Selbst die Biologie hat zunehmend weniger Probleme mit der Antwort auf die alte Frage, ob das Sein durch Bewusstsein bestimmt werde oder dieses gar sei, als beides, Sein und Bewusstsein, aus der Verbindung von Energie und Information bestehe.

Wie soll ich leben?

Die ethischen Vorstellungen des westlichen Menschen sind seit Jahrhunderten geprägt von seiner Sicherheit, im Besitz der „Wahrheit“ zu sein. Sowohl die christliche Religion wie auch die wissenschaftlich-philosophische Tradition der Aufklärung haben sich hier zu einem Gedankengebäude zusammengefunden, aus dem heraus die zugleich großartigen, aber auch belastenden Aktivitäten der Europäer entsprungen sind.

Es war und ist die Mentalität des „Machens“, des Besser-Wissens, der Herrschaft und der Machtausübung, die hier zum Tragen kommt.

„Ich bin in Ordnung und muss die Welt in meine Ordnung bringen“

Diese Ich-Sucht und die Macher-Mentalität führen zur Ausbeutung des Mitmenschen und der Natur. Ein Umdenken auf Basis eines neuen holistischen Weltbildes führt zum Vorrang der Aussage:

„Ich muss zuerst mich in Ordnung bringen“.
Anstelle des Menschen als „Maß aller Dinge“ wird das Universalgesetz zum Maß gewählt. Diesem zu genügen und sich in die „Ordnung des Gesetzes“ zu bringen, ist das Ziel.

Karl-Friedrich Weber

01-05-2017 Gedank1-5-ErichFromm


26.02.2017:

für die einen ist es eine Zerstörung, für andere eine Störung …

Was aber ist hier zerstört und was ist gestört? Wenn wir diese Frage stellen, wird uns bewusst, dass für sie der Bezug fehlt. Fehlt uns aber der Bezug, ist nicht nur die Frage, sondern auch die Antwort sinnlos.

Sprechen wir über die Komplexität des Lebendigen in den Wäldern, bewegen sich Denken und Vorstellungen in Verstandesbegriffen, die es uns verwehren, zu einer Ahnung zu kommen. Die Ahnung beginnt da, wo das Wissen endet.

Wenn wir jemandem unterstellen, er habe keine Ahnung, ist uns nicht bewusst, dass wir eigentlich meinen, er wisse keine Fakten, so wie wir sie zu erkennen glauben. Dabei ist es der Ahnende, der dem vermeintlich Wissenden auf der Suche nach Erkenntnis helfen muss, wenn dieser spürt, dass er nicht weiß.

Foto: Karl-Friedrich Weber

umgestBäume mWurzelteller Störung-Zerstörung 26-2-17


02.09.2016:

es ist inmitten eines alten Waldes geschehen – wir sind keine Zeugen des Augenblicks geworden, als der Blitz in den Baum schlug … aber wir können aus den Spuren erkennen, dass der Momente sehr heiß und sehr gefährlich gewesen wäre, wenn …

gut, dass wir nicht zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort gewesen sind, sondern erst dann, als nicht der Blitz, sondern die Sonne die Szene in helles Licht tauchte …
gegen die Energie der Sonne ist ein Blitz ein unscheinbarer Spannungsausgleich – nur weil er uns so viel näher ist, als die Sonne, meinen wir, Respekt vor ihm haben zu müssen … vielleicht ein Trugschluss …
es ist relativ, welche Bedeutung den Phänomenen zukommt und welche wir ihnen beimessen …

mich beeindrucken die Spuren eines Blitzeinschlages jedenfalls sehr, weil sie mir das Wesen von Kräften vermitteln, denen wir in unserer Alltagswelt nicht zu begegnen scheinen, obwohl sie um uns und in uns wirken …

Foto: Karl-Friedrich Weber

Blitz-Eiche 2-9-2016


28.08.2016:

gestern Abend, als die Hitze etwas nachließ, habe ich von meinem kühlen Schreibtisch weggestohlen und eine kleine Runde durch unseren Garten gedreht … in der schräg stehenden Sonne wirkten die Runzeln und Schründe, Löcher und Spalten der alten Silberweide altehrfürchtig und erhaben … wirklich ein Methusalem …

erst jetzt fiel mir auf, dass das alte Wagenrad zerbrochen ist, ohne äußere Einwirkung – nur so aus Altersgründen …

als ich es vor über vierzig Jahren an die Weide stellte, hatte ich mir wahrscheinlich gar nicht so viel dabei gedacht – ich weiß es nicht mehr …
nun aber wird mir bewusst, dass alles sehr langsam gehen mag, aber unerbittlich vergeht im Zeitablauf, und einmal ist es dann so weit …

ob die Zeit an uns vorüberzieht oder wir uns in der Zeit befinden, ist nicht nur eine physikalische, sondern auch eine philosophische Frage.
Ich denke heute bei der Wärme einfach nicht darüber nach, sondern nehme die Dinge so hin, wie sie sich mir stellen, also für mich wirken – das nenne ich Wirklichkeit – und morgen ist ein neuer Tag, mit neuen Gedanken … :)

Foto: Karl-Friedrich Weber

Wagenrad kaputt v Weide 28-8-2016


19.03.2017 :

 An unserer Viehweide stehen eine Buche und eine Eiche. Sie sind Was hat sie bewegt, sich so zu nähern? Ist es Zufall, Zuneigung, Kooperation oder eine andere Form von innerer Verbindung, zu der wir keinen Zugang haben?

Wir wissen es nicht …

Foto: Karl-Friedrich Weber

Eiche+Buche Viehweide a 19-3-2017

Eiche+Buche Viehweide b 19-3-201728.04.2017:

Umarmung oder die Suche nach Geborgenheit …

Foto: Karl-Friedrich Weber

28-4-2017 UmarmungGeborgenheitEicheBuche

28-4-2017 UmarmungGeborgenheitEicheBuche b


 

 

 

 

 

 

 

 

Ein "Lotse" durch den Info-Dschungel zur Wald-Problematik in Deutschland