Wohlleben: Forstwirtschaft-Probleme

Die folgenden Beiträge stammen aus der Facebook-Seite „Peter Wohlleben“ von Peter Wohlleben, hierher kopiert mit freundlicher Erlaubnis von Peter Wohlleben.

Copyright aller Texte, Fotos und Videos:  © Peter Wohlleben


05. 05. 2018:

Buchenblüte und Waldzustandsbericht

04. 05. 2018:

Problematik der Lärchenhybride

29. 04. 2018:

„Es wird endlich Zeit für eine richtige Forst- und Landwirtschaftswende!“

https://www.facebook.com/PeterWohlleben.Autor/videos/248033442423470/

21. 04. 2018:

Buchenwälder und ihre temperatursenkende Wirkung

„Die Forstwirtschaft hat nicht [vorrangig] die Aufgabe, … Holz für die Holzindustrie bereit zu stellen, sondern die Wälder zu erhalten. Da gilt auch das Argument Klimawandel nicht. … So eine große Buche verdunstet an einem heißen Tag bis zu 500 Liter Wasser und kühlt das lokale Klima mehrere Grad herunter, ganz im Gegensatz zu Nadelwäldern.“

08. 04. 2018:

Heimatlos?
Die Schwarzstörche sind wieder da! Ich konnte nur dieses unscharfe Foto machen. Aber immerhin. Nun heißt es zittern: Gerade jetzt geht der große Holzeinschlag beim Nadelholz los. Vogelschutz spielt in der Forstwirtschaft leider kaum eine Rolle. Zwar werden um jeden Schwarzstorch-Horst kleine Schutzzonen eingehalten, aber was ist mit jungen Störchen, die ein neues Nest bauen wollen? Sie finden sich in den Plantagen kaum zurecht. Abgesehen von all den anderen Arten, die in den Kronen der zu fällenden Bäume gerade ihr Nest gebaut und Eier gelegt haben.

In den von mir betreuten Wäldern wird ab Ende Februar kein Holz mehr eingeschlagen, um Brutvögel nicht zu stören.

Brutbäume zu fällen ist im Siedlungsbereich eine Umweltstraftat, passiert das im Rahmen der Forstwirtschaft, dann ist das mit der guten fachlichen Praxis abgedeckt, selbst in Schutzgebieten.
Holzeinschlag im Sommer wird nur gemacht, damit sich die Sägewerke nicht so viel Holz auf Vorrat kaufen müssen – das ist dann billiger. Früher hat man nur im Winterhalbjahr Holz eingeschlagen. Im Sommer gab es andere Arbeit, wir zum Beispiel bieten in dieser Zeit Seminare und Führungen an. Andere bauen Gartenmöbel, betreiben Bestattungswälder etc.

25. 03. 2018:

Keine Kahlschläge mehr?
Heute bei der Rückkehr aus Kanada habe ich in der Nähe von Frankfurt diese Kahlschläge fotografiert. Angeblich gibt es so etwas in Deutschland nicht mehr. Und selbst wenn (was ich nicht glaube) in diesem Fall der Wind mit im Spiel war: 57%der Fichten Deutschlands enden im Sturm. Wer so etwas pflanzt, provoziert damit in jedem Fall Kahlflächen. Man beachte nebenbei die gut sichtbare Befahrung durch Harvester. Vielen Dank, deutsche Forstwirtschaft!

Kahlschläge bei Frankf aus Flugzeug 25-3-2018

29. 11. 2017:

Stoppt endgültig (und nicht nur vorläufig) die Rodung des Hambacher Forstes!

16. 02. 2018:

Waldumbau wegen Klimawandel?

Ein wunderschöner, kalter Wintermorgen.
Und das in Zeiten des Klimawandels? Richtig. Klimawandel bedeutet nicht, dass es keine kalten Wintertage mehr geben wird, nein, es werden nur immer weniger. Deswegen macht es keinen Sinn, unsere Wälder „umzubauen“, wie es viele Forstverwaltungen vorschlagen. Wärmeliebende Baumarten werden auch an seltenen Frosttagen Schwierigkeiten bekommen.
Bleiben wir doch einfach bei den bewährten Laubwäldern, lassen wir sie doch ihr Geschäft machen. Gerade die Buche, aber auch Eiche, Hainbuche und Co. sind bestens für die menschengemachten Veränderungen gerüstet. Voraussetzung: Wir betreiben die Forstwirtschaft endlich waldfreundlicher, um die Bäume nicht zu sehr zu stören.

14. 11. 2017:

Wassermangel durch Maschinen

Das hier ist kein idyllischer Bach, sondern eine alte Fahrspur. In ihr fließt das wertvolle Wasser aus dem Wald heraus. Pro Quadratkilometer verursacht der Maschineneinsatz mit Harvestern (Vollerntemaschinen) rund 100 Kilometer Fahrspuren. Sie wirken wie Entwässerungsgräben. Kein Wunder, dass viele Bäume in einem heißen Sommer fast verdursten. Die Baumschäden werden jährlich ermittelt, und dann heißt es: Das ist der Klimawandel. Richtig wäre: Das ist die konventionelle Forstwirtschaft.


08. 11. 2017:

Nur mit einem PS

Heute war Dirk Zöll mit Rocky im Wald und hat dort mit einem PS das Holz herausgezogen. Carina, die in unserem Team für den Forst der Axe-Stiftung zuständig ist, schaut, ob alles gut läuft (ja, es läuft alles gut!). Pferdeschnauben statt Harvestergedröhne, intakter Boden statt alle 20
Meter eine tiefe Fahrspur, so macht Waldarbeit Spaß!

Carina + Rocky Rückepferd 8-11-2017

05. 11. 2017:

Der Vietnamkrieg für den deutschen Wald

Aktuell wird über das schlimmste Umweltgift diskutiert: Dioxin. Es ist leider rund um den Globus verbreitet und steckt in jedem von uns – so schnell wird es trotz Verbot keine dioxinfreie Welt mehr geben. Schuld tragen auch deutsche Förster – sie ließen in den 1970er Jahren tausende von Quadratkilometern Laubwald mit Tormona, der Handelsbezeichnung von Agent Orange, vernichten, um der Fichte mehr Platz zu verschaffen. Versprüht wurde das Gift mit Hubschraubern, in Tormona war als verunreinigung Dioxin enthalten. Und während das für Vietnam ein großes Thema, ist, herrscht in deutschen Wäldern schweigen…
Dazu ein alter Zeit-Artikel aus dem Jahr 1978, als man das Risiko noch nicht richtig erkannt hatte:

http://www.zeit.de/1978/40/teufelszeug-oder-arbeitshilfe

03. 11. 2017:

Zerdrückt

Oben sehr Ihr einen intakten Waldboden, unten Boden nach der Befahrung durch Maschinen (ich habe die Proben mal mit einem Spaten ausgegraben). Durch das Fahrzeuggewicht und die Vibration werden die Poren zerstört, die Belüftung unterbrochen und kaum noch Wasser gespeichert. Die Bodentierchen wie Hornmilben, Springschwänze oder Regenwürmer ersticken und die Bäume haben im Sommer zuwenig Wasser, weil der Regen aus dem Winter nicht aufgesogen und abgegeben wird. In der Folge kümert das ganze Ökosystem und die Bäume sehen krank aus. Wann sich das ganze regeneriert? Nach Aussage von Geologen nach der nächsten Eiszeit…

Waldboden intakt 3-11-2017

Waldboden zerdrückt 3-11-2017

31. 10. 2017:

Artenvielfalt? Welche Artenvielfalt?

Die Arten unserer Wälder sind bis heute nicht vollständig erforscht. Wenn Förster heute davon reden, dass durch eine Durchforstung die Artenvielfalt erhöht werde, dann solltet Ihr zuerst fragen: „Welche denn?“ Durch Auflichtungen kann man höchstens eine Verschiebung der Arten hin zu mehr Offenlandarten bewirken – die hat es in den Wäldern aber von Natur aus gar nicht gegeben. Echte Waldarten, die es lieber etwas dunkler mögen, haben dann das Nachsehen.
Ein echter Wald- und Baumbewohner ist diese grüne Krabbenspinne (heute fotografiert), die hier an einer 150-jährigen Buche wohnt. Auflichtungen wird es nicht geben – es ist schließlich unser Urwaldreservat, welches durch die Waldakademie betreut wird.

grüne Krabbenspinne 31-10-2017

 

Ein "Lotse" durch den Info-Dschungel zur Wald-Problematik in Deutschland