Forstgenossenschaft Bornum

04. 08. 2012 :

Ich möchte auf dieser Seite einen Themenabschnitt beginnen, der mit Privatwaldgeschichte und Waldbauern zu tun hat, die mir in meinem Forstberuf begegnet sind.

Was sich heute als Kontroverse um den Wald darstellt (oder dargestellt wird), mag vor dem Hintergrund persönlichen Erlebens eine andere Bedeutung haben. Diese subjektive Perspektive ergibt aber den individuellen Erfahrungshorizont, den anzunehmen oder abzulehnen jeder die Freiheit hat. Er bleibt jedoch ein Teil des Fundus, aus dem sich sowohl Traditionen, Wertehaltungen, als auch kollektive Wahrheiten entwickeln.
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Teil 1 – Nr. 1

Die Forstgenossenschaft Bornum

Forstgenossenschaften sind Körperschaften des öffentlichen Rechts, werden aber in Niedersachsen waldgesetzlich dem Privatwald mit einer herausgehobenen Gemeinnutzverpflichtung zugeordnet.
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In der Forstgenossenschaft Bornum steht oberhalb der kleinen Waldschänke Dianah Ruh ein Stein an einer Wegegabel. Er wird Försterstein genannt. Förster waren bei den Bornumern aber nicht unbedingt Beamte, sondern auch die Steckenförster wie der Waldaufseher Otto Meier, den ich noch „im Dienst“ kennengelernt habe, als ich im Herbst 1974 die Betreuung der Forstgenossenschaft übernahm.

Was die Forstgenosssen veranlasst hat, diesen Stein zu setzen, hat etwas mit der Verbundenheit mit dem Wald zu tun.

Foto: Karl-Friedrich Weber heute Morgen im Elm

Bornum Stein 4-8-12

Der Stein enthält keinen Lobgesang auf irgendeinen verdienten Waldmann, sondern eine Ode an den Wald der Bornumer – an ihren Wald. Gleich am Anfang meiner Zeit mit den Bornumern spürte ich deren enge Bindung an den Wald. Heute zurückblickend möchte ich sagen, dass ich mir keine fruchtbarere Zeit denken kann.

Teil 1 – Nr. 2

Die Forstgenossenschaft Bornum – Luftbild von Bornum
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Bornum liegt an einer Ökotopgrenze: Oberhalb des Dorfes wölbt sich die Muschelkalkbeule des Elms. Salzaufstieg ist Motor und Baumeister des ostbraunschweigischen Hügellandes, so des Elms, so der Asse, deren Problem die Menschen im Vorharz nicht loslassen wird.

Ökotopgrenze bedeutet, dass Siedlungen dort entstanden, wo der Natur die günstigsten Lebensbedingungen abgerungen werden konnten.
Der wasserdurchlässige Kalkstein oberhalb des Dorfes mit seiner Lössauflage schuf ackerfähige Böden.
Unterhalb, in den staunassen Tallagen, wo sich der Wald dicht und dunkel den Rodungsversuchen und dem Pflug der Menschen lange Zeiten hindurch widersetzte, blieb nur Raum für das Vieh.

Auch das Wasser, das der Kalk auf den Kuppen großzügig durchließ, fand hier kein Durchkommen mehr.

Die Überlaufquellen, die heute noch mitten im Dorf entspringen, zeigten auf, wo es gut war, Haus und Hof zu gründen.

Bereits im hohen Mittelalter hatte sich der Wald des Elms auf seine jetzigen Grenzen zurückgezogen. Aber auch dort war er dem Drängen der Menschen ausgesetzt. Diese Waldgeschichte ist es Wert, an anderer Stelle erzählt zu werden.

Foto: Karl-Friedrich Weber Juni 2011

Bornum 4-8-12 Wald Vogelpersp

Wir schauen auf die Wälder der Forstgenossenschaften Bornum und Abbenrode, einem westlich gelegenen Nachbardorf. Mitten im Elm ist eine der höchsten Erhebungen, der Drachenberg, durch Sendemasten markiert.
Im Mittelgrund sind großflächige geschlossene Buchenwälder zu erkennen. Große Teil davon gehören zum FFH-Gebiet Nordwestlicher Elm. Auch die beiden Genossenschaften liegen mit großen Waldflächen in diesem Schutzgebiet.

Ich werde deshalb auf die Fragen der nachhaltigen Nutzungsmöglichkeiten im Kontext von volkswirtschaftlichen Gemeinwohlbelangen und betriebswirtschaftlichen Ertragsnotwendigkeiten besonders eingehen.

Foto: Karl-Friedrich Weber

Bornum 4-8-12 Wald Vogelpersp Teil

Teil 1 – Nr. 3

Die Forstgenossenschaft Bornum –

über diese Wälder werden wir sprechen …

Über 150jähriger Buchenwald im FFH-Gebiet Nordwestlicher Elm, Forstabteilung 14 – Die Naturverjüngung wurde vor dreißig Jahren durch vorsichtige Auflichtung eingeleitet.

Hauptziel blieb eine nachhaltig hohe Massenleistung des Altbestandes, die nur gesichert ist, wenn Holz an alten Bäumen auch in höherem Alter weiter zuwachsen kann.

Wer seine Bäume zu früh hackt, schlachtet die Kühe, die ihm künftig viel Milch geben sollen. Er nimmt den schnellen Fleischertrag und verliert den langfristigen Milchertrag.

So etwas wird Kurzzeitökonomie genannt. Mit Ökonomie hat das allerdings nichts zu tun.

Deshalb ist es eine Voraussetzung für ökonomischen und ökologischen Waldbau, dass Wald älter werden darf. Kluge Waldeigentümer wissen das.

Deshalb ist es das vornehmste Ziel forstlicher Beratung, die Sachwalter ihrer Wälder nicht an den Tropf von Zahlen und vermeintlichen Fakten zu hängen, sondern sie in die Lage zu versetzen, aus Überzeugung in die Richtigkeit maßvoller Entscheidungen klug zu handeln.

Foto: Karl-Friedrich Weber 04.08.2012

Bornum 4-8-12 BuchenWald Detail
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05. 08. 2012

Teil 1 – Nr. 4 

Die Forstgenossenschaft Bornum – Ihre Menschen ….
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Ab 1975 war der Landwirt Walter Bese Vorsitzender der Forstgenossenschaft Bornum. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter, dem Malermeister Günter Franke und einem engagierten Vorstand führten sie die Forstgenossenschaft in der Tradition ihrer Vorgänger weiter.

Günter Frankes ausgemachte Kenntnisse der Natur und sein Interesse am Naturschutz, Walter Bese als gerecht denkender Wirtschafter; diese Voraussetzungen und ihre Zeit im Dorf von Kindesbeinen bis hin zu gemeinsamer erlittener Kriegsgefangenschaft, bildeten ein menschliches Fundament, das mit bloßen funktionalen Anforderungen an die Leitung einer Forstgenossenschaft nichs gemein hatte. Beide sind inzwischen verstorben.

Ende der 90er Jahre gab Walter Bese sein Amt aus Altersgründen ab. Detlef Heine, ein Bornumer Landwirt, der bereits seit Jahren im Wald tätig war, wurde Nachfolger im gleichen Geist. Schon bald entstand zwischen uns und unseren Familien eine starke freundschaftliche Verbundenheit.

Ich hatte das Glück, über meine Aufgabe als betreuender Beamter hinaus, unbelastet von den Beengungen einer staatlichen Verwaltung, mit diesen Männern einen Waldbau fortzuführen und weiter zu entwickeln, der auch unter der geschickten Beratung und Betreuung meines Nachfolgers weit in die Zukunft fortwirken und nachhaltig ökologische wie ökonomische Früchte tragen wird.

Foto: Karl-Friedrich Weber 26.05.2007

Walter Bese (rechts) und sein Nachfolger Detlef Heine (links) vor ihrem Pflanzgarten, den sie entgegen aller wirtschaftlichen Ratschläge vermeintlicher Betriebswirtschaftler unbeirrt weiter fortgeführt haben. Sie handelten stets auch intuitiv, in der Erkenntnis, dass das Ganze mehr als die Summe seiner Teile sei.

Bornum Menschen 5-8-12

06. 08. 2012:

1. Teil 1 – Nr. 5

Die Forstgenossenschaft Bornum – Ihre Handlungsmaximen
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Als die Zusammenarbeit zwischen Walter Bese, seinem Stellvertreter Günter Franke und mir als forstlichem Betreuer im Bornumer Wald begann, entwickelten sich bald grundsätzliche Regeln, die dann über lange Jahren konsequent beachtet wurden:

In den 100 bis 120jährigen vorratsreichen geschlossenen Buchenbeständen fanden starke Hochdurchforstungen statt.

Holzentnahmen von bis zu 90 Kubikmetern pro Hektar waren sehr ungewöhnlich. Der alte Forstaufseher Meier warnte den Vorstand: „Seht bloß zu, dass Ihr den Weber wieder los werdet. Der macht lauter Hubschrauberlandeplätze.“ Das ist heute noch ein geflügeltes Wort in Bornum.

Rückendeckung für mein Vorgehen holte ich mir auch vom damaligen Leiter der Forstabteilung in der Bezirksregierung Braunschweig, Landforstmeister Johannes Fritsche. Seine Empfehlung war, mich nicht von den Zahlen der Forsteinrichtung leiten zu lassen, sondern von meinem waldbaulichen Gefühl. Das wurde mir zu einem lebenslangen Leitsatz.

Während im Landeswald fortwährend Bodenbearbeitungen durchgeführt wurden, um eine Naturverjüngung zu ermöglichen – fast stets ohne Erfolg – , stellte sich in Bornum ohne jede maschinelle Bodenverwundung die erste flächenhafte Buchen-Naturverjüngung ein, ein Phänomen, das es eigentlich nicht geben durfte; denn bis dahin galt die unhinterfragte These, im Elm sei Naturverjüngung nicht möglich. Und so sahen die Wälder auch aus.

Naturverjüngung war möglich, und zwar nur durch den Einsatz des Reißhakens (mit dem zu fällende Bäume ausgezeichnet werden). Der kostete ca. 15 Mark und war zwanzig Jahre in Gebrauch.
Die heute übliche farbige Kleckserei an den Bäumen, die new WoodArt, hätte sicher große Empörung bei den Forstgenossen ausgelöst.
Das Unterlassen technischer Bodenbearbeitung begründete ich am Beispiel der persönlichen Erfahrung mit meinem ersten Motorrad.

Während meine technisch versierteren Forstschulkameraden täglich an ihren Maschinen bastelten und trotzdem auf ihren Touren oftmals stehen blieben, veränderte ich nichts an der meinen und die verdreckte Karre ließ mich nicht ein einziges Mal im Stich.

Foto: Karl-Friedrich Weber

Bornum Buchenwald etw größer 6-8-12

In der Forstabteilung 11 – nach fünfunddreißig Jahren – stellt sich in dem nunmehr ca. 135 jährigen angehenden Buchenaltholz die Frage der Bestandeskontinuität nicht mehr.

07. 08. 2012 :

.Teil 1 – Nr. 6

Die Forstgenossenschaft Bornum – Ihre Handlungsmaximen
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Grundüberzeugung in der Forstgenossenschaft Bornum war, dass die Investition in einen leistungsstarken naturnahen Wald Vorrang hat vor der jährlichen Ausschüttung von Geldgewinnen an die Forstgenossen.
Das wurde in den Jahreshauptversammlungen immer wieder von neuem bestätigt. So betrug die Ausschüttung über lange Jahre 600 DM, trotz steigender Einnahmen aus dem Verkauf von Holz aus den Pflegehieben.
Die über 140jährigen Bestände wurden demgegenüber geschont und bauten weiter Masse auf. Die heute mit ca. 180 Jahren ältesten Buchenbestände in den Abteilungen 8 und 12 sollten bereits vor 40 Jahren in die Endnutzung kommen, d.h. vollständig genutzt werden. Große Teile stehen heute noch und haben weiterhin Zuwachs. Darunter ist inzwischen längst Wald nachgewachsen.

Durch diese langen Zeiträume wird es möglich, aus einem zweischichtigen Altersklassenwald, in dem es nur alte und ganz junge Bäume gibt, allmählich einen ungleichaltrigen Dauerwald zu formen, der gut strukturiert ist und möglichst viele natürliche Bestandesphasen auf relativ begrenzter Fläche aufweist.

Natürlich erfordert dieses Ziel einen jahrzehntelangen Übergangszeitraum.
Dabei können begrenzte Qualitätseinbußen am alten Holz hingenommen werden, sofern sie tatsächlich entstehen, wenn dem gegenüber ein kaum abschätzbarer langfristiger Mehrgewinn eines Dauerwaldes steht der betriebssicher ist und zu Aufwands- und damit Kostenminimierung führt.

Argumente, man müsse Wald in einem bestimmten Alter nutzen, weil seine Holzqualität und damit sein Nutzwert sinke, führen heute dazu, dass die Chance zu einem Übergang zu naturnahen ungleichaltrigen wirklich alten Buchenwäldern großflächig vertan wird.

Diese Argumente basieren zudem nach wie vor auf unbewiesenen Hypothesen oder sind in Teilen längst widerlegt.

Die Bornumer haben sich diesen Versuchen der Einflussnahme auf ihren Waldbau stets widersetzt und unbeirrt ihr langfristiges Ziel beibehalten – und zwar aus wirtschaftlichen Überlegungen. Da beklagte sich vor wenigen Jahren ein Forstamtsleiter in resigniertem Ton, dass er mit allen Forstgenossenschaften klar komme, nur nicht mit den Bornumern. Dafür mag es Gründe geben.

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Foto: Karl-Friedrich Weber August 2012

Bornum 7-8-12 dicke u dünne

Über 170jähriger Buchenwald in der Forstabteilung 12 der Forstgenossenschaft Bornum. Mächtige alte Buchen mit einem Brusthöhendurchmesser (1,30 cm über dem Boden gemessen) von über 75 cm produzieren weiter Masse mit hoher Wertleistung, eingebunden in jungen Wald mit beginnender Ungleichaltrigkeit.

11. 08. 2012

Teil 1 – Nr. 7 und Schluss

Die Forstgenossenschaft Bornum – Ihre Handlungsmaximen
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Eine Forstgenossenschaft, die natürlich auch Einnahmen aus der Jagdverpachtung zieht, kann sich von der Schalenwildproblematik trotzdem nicht lösen.

Handelt es sich um ein Hochwildrevier mit Rot- und Damwild, ist der Konflikt zwischen dem Bestreben der Jagdberechtigten nach guten (d.h. in der Regel zu hohen) Wildbeständen und einem ökologisch hochwertigen Waldbau obligatorisch.

Während Rot- und Damwild vor allem die Rinde wertvoller Laubbaumarten verbeißt (schält), was einen ökologischen und betriebswirtschatflich anspruchsvollen Waldbau erschwert oder unmöglich macht, werden die Auswirkungen hoher Rehwildbestände stark unterschätzt. Der Verbiß der Naturverjüngung und dessen schwerwiegende Auswirkungen ist für fachunkundige meist nicht zu erkennen.

Jagdlich orientierte Waldwirte sind zudem oft Meister im Verdrängen und „Nichtwahrnehmen“. Auch in den staatlichen Forstbetrieben ist dieses Grundproblem noch existent, wenn auch teilweise in verdeckter Form.

In der Forstgenossenschaft Bornum wurde gegenüber den Jagdpächtern durchgesetzt, dass der Rehwildabschuss dauerhaft stark erhöht wurde. Zum leider erforderlichen Einzelschutz wertvoller Laubbäume mit Drahthosen wurden die Jäger mit herangezogen. Blieben die Tore der Wildschutzgatter offen, gab es richtigen Ärger.

Die gutachtlich ermittelte Entschädigung von Schäl- und Verbißschäden wurde konsequent eingefordert, in einem Fall auch auf dem Prozesswege. Das war ein Novum im Elm und traf auf helle Empörung bei der jagdlichen Nomenklatura.

Diese Ernsthaftigkeit der Haltung führte dazu, dass nach einer Phase der Kontroversen die Einhaltung des Regelwerkes zur selbstverständlichen Praxis wurde. Durch jährliche Forstbegehungen mit allen Forstgenossen wurden die Problem sachlich, wenn auch manchmal kontrovers, im Wald erörtert.

Sicher kann man auch in diesem Fall noch nicht von einer zielgerechten Lösung des Schalenwildproblems sprechen; im Vergleich zu anderen Verhältnissen im Elm und anderswo, wo jagdliches Besitzstandsdenken, ökologische Ignoranz und waldwirtschaftliche Dummheit durchaus noch nicht überwunden sind, haben die Bornumer beharrlich ihren Weg einer Wildbewirtschaftung auf der Basis moderner wildbiologischer Erkenntnisse verfolgt.

Heute ist die Forstgenossenschaft Bornum auf lange Sicht ökologisch und ökonomisch sehr gut aufgestellt. Sie darf dann auch gern die angemessene Geldrendite abschöpfen, die ihr die Chancen des ihr anvertrauten Naturvermögens langfristig bieten, vorausgesetz, sie bleibt dabei stets auf der sicheren Seite haushälterischer Vorsorge.

Foto: Karl-Friedrich Weber 2012

Bornum Esche m Manschette 11-8-2012
Schutz einer jungen Esche vor Rot- und Damwildschälung durch Drahtmanschetten

11. 08. 2012 :

Mit diesem Waldbild möchte ich meinen Bericht über die Forstgenossenschaft Bornum im Elm und ihre Wirtschaftsmaximen beenden. Natürlich gibt er nur einen sehr kleinen Ausschnitt wieder.

Naturnahe Wälder erfordern waldbauliches Handeln, dass sich an das Gesetz des Örtlichen hält. Ohne Erfahrung und die Fähigkeit, die aus Erfahrung erkannten vermeidbaren Fehler künftig vorausschauend zu minimieren, ist langfristige multifunktionelle Waldentwicklung nicht möglich.

Wer den Menschen, die am Wald ihren Dienst leisten, die Chance zur Erfahrung nimmt, kommt seiner Führungsverantwortung nicht nach.
Aus der wachsenden Fülle der Erkenntnisse als einer Folge von Erfahrung, ergeben sich Handlungsmaximen, die wir im besten Sinne als gute Traditionen weiterentwickeln können.

Sie werden dann nicht zum Stand der Technik oder vermeintlichem Stand der Wissenschaft, sondern zum Stand der Erkenntnis. Sie allein ist tragfähig in ihrer Gesamtbetachtung und schließt alle ein, von dem, der sich als Experte sieht, bis hin zu dem Rentner, der in „seinem“ Wald eine Arbeit verrichtet, die ihn erfüllt.

Foto: Karl-Friedrich Weber 2012

Bornum 11-8-12 mehrstufiger Wald

Buchenwald in Bornum, Elm, in fortgeschrittener Annäherung an das Ziel eines ungleichaltrigen horizontal und vertikal reich strukturierten standortheimischen Laubwaldes …

Ich habe hier ein positives Beispiel aus eigenem Erleben geschildert. Es ist kein Einzelfall, aber auch nicht die Norm. Wir benötigen Beispiele, die sich als erfolgreich erwiesen und Vorbildcharakter haben. Die Beratung durch unsere Kollegen ist nach meinem Eindruck immer dann erfolgreich, wenn sie die geldwirtschaftlichen Tendenzen in den Landesforsten nicht versuchen, auf ihre Betreuungswälder zu übertragen, sondern ihren eigenen fachlichen und vielleicht auch ethischen Intentionen folgen. Das gilt insbesondere für die Frage der Vorratsbehandlung und des Einsatzes der Forsttechnik. Ich bin der Auffassung, dass Forstgenossenschaften, die den anerkannten Regeln guter forstlicher Praxis nicht folgen, keine Förderung erfahren sollten. Voraussetzung für Förderung sollte nicht nur das schwammige Prinzip ordnungsgemäßer Forstwirtschaft sein, sondern die Beachtung der zwölf LÖWE-Grundsätze. Das funktioniert aber nur, wenn der Landeswald selbst vorbildhaft handelt.

Vielleicht noch ein kleiner Nachtrag: Die Genossenschaft Bornum hat sich der staatlichen Beratung nicht entzogen. Ich war schließlich 25 Jahre lang ihr „staatlicher“ Berater.

Ein "Lotse" durch den Info-Dschungel zur Wald-Problematik in Deutschland