Pferde-Holzrücken

Kurz-Überblick „Warum Pferde im Wald?

http://www.starke-pferde.de/Pferdearbeit/Forstwirtschaft.htm

Sehr empfehlenswert ist für Interessierte das Magazin „Starke Pferde“

http://www.starke-pferde.de

Hier mehr Infos zum Thema: Interessengemeinschaft Zugpferde e.V.

http://www.ig-zugpferde.de/


08.01.2017:

„Die Schäden im Waldboden durch die schweren Fahrzeuge will die Stadt im Frühjahr beseitigen. Sie hat spezielle Rückegassen eingerichtet, die gewährleisten sollen, dass höchstens zehn Prozent der Waldfläche befahren werden.“

Schäden durch schwere Maschinen im Waldboden lassen sich nicht kurzfristig und auf empfindlichen Böden auch langfristig nicht beseitigen. Wenn höchstens zehn Prozent der Waldfläche befahren werden, entspräche das einen Gassenabstand von mindestens 40 m. Das wäre ein Fortschritt gegenüber Landesforstbetrieben wie in Niedersachsen, die weiterhin stereotyp auf 20-m-Abstände setzen.

Der öffentliche Druck auf die Forstbetriebe, die weiterhin auf den boden- und baumwurzelzerstörenden Einsatz einer unzulänglichen Maschinentechnik setzen, wird zunehmen. Das ist gut so. Wir können es uns nicht leisten, die grundlegenden Ressourcen unserer Wälder aus Rentabilitätsgesichtspunkten dauerhaft zu schädigen und damit die Forstbetriebe selbst.

Das Vorliefern mit Pferden in Kombination mit der Maschine wird die Zukunft sein müssen. Es gibt zurzeit keine erkennbaren schonenderen und damit wirtschaftlicheren Alternativen. Dabei sind die bereits entwickelten Verfahren weiterhin zu optimieren.

Da das Rücken von Langholz gegenüber Abschnitt-Sortimenten in den Hintergrund getreten ist, wären selbst 40-m-Gassenabstände für Kombinationsverfahren ungünstig eng. Abstände von 60 m wären auf den weit überwiegenden Bestandesflächen gut möglich, da das zeitaufwändige Umhängen des Holzes gegenüber der Zugzeit vermindert würde.

Durch den Einsatz von Rückeschleppen, wie sie durch die Stiftung Naturlandschaft entwickelt wurden, stellen derart weiterentwickelte Verfahren mit ihrem stark verringerten Reibungswiderstand für die Pferde ergonomisch kein Problem dar.

Die Arbeit mit Pferden ist nicht nur ein Erwerbsfeld, das auskömmlich gestaltet werden muss. Es erfordert Leidenschaft und Pferdeverstand. Die Potenziale sind noch vorhanden. Sollen sie nicht verloren gehen, müssen langfristige Perspektiven für die Fuhrhalter erkennbar werden. Es liegt im Interesse, aber auch in der Verantwortung fortschrittlicher Forstleute, diese Option zu erkennen und sie zu nutzen.

[ Kommentar von Karl-Friedrich Weber zum Artikel „Grüne fordern Pferde statt Maschinen bei Holzernte“, General-Anzeiger Bonn 06.01.2017 ]

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Gr%C3%BCne-fordern-Pferde-statt-Maschinen-bei-Holzernte-article3441220.html


05.11.2016:
Werden Pferd und Maschine sinnvoll kombiniert, können die Rückegassenabstände auf 40 bis 60 m vergrößert werden. Die positiven ökologischen, ökonomischen und betriebswirtschaftlichen Effekte sind bekannt.


09. 01. 2017:

Ein sehr informativer Artikel von Karl-Friedrich Weber über die Karl-Lange-Rückeschleppe ist im Magazin „Starke Pferde“ Heft 79 / Herbst 2016 erschienen ( www.starke-pferde.de , hochgeladen mit Einverständnis des Magazins und des Autors ) :

k-l-rueckeschleppe-starke-pferde-heft-79-herbst-2016-compressed


31. 01. 2016 :

Holzrücken mit dem Pferd

Die Karl-Lange-Rückeschleppe

Das Pferd kommt wieder!
Die Karl-Lange-Rückeschleppe – eine Holzrücketechnik der Zukunft

Höher, weiter, schneller, schwerer? Nein, denn „small is beautiful“, so lautet das ökologische Prinzip. Und das ökologische Prinzip ist auch gleichbedeutend mit dem ökonomischen Prinzip.

Ökonomie heißt nachhaltiger und haushälterischer Umgang mit den verfügbaren Naturressourcen. Rendite ist die Umwandlung der Ressource Naturgut in ein Konsumgut, das sich verbraucht. Wir nennen den Vorgang Betriebswirtschaft. Sie ist darauf ausgerichtet, eine Rendite zu erwirtschaften. Das Tauschmittel ist das Geld. Wer mehr Naturgut tauscht, als sich nachhaltig erneuert, verbraucht sein Naturgut und vermindert damit sein Naturkapital. Betriebswirtschaftlich erwirtschaftet er eine Nettobilanz.

Eine Bringungstechnik, die 15 bis 30% der nichterneuerbaren Ressource Boden nachhaltig schädigt oder zerstört, ist nicht ökonomisch. Die Harvester-Forwarder-Technik ist weder ökonomisch, noch ökologisch, noch betriebswirtschaftlich, wenn sie mit 15 bis 25% mehr Waldboden schädigt oder zerstört, als unabweisbar notwendig.

Ein Baum braucht hundert und zweihundert Jahre bis zu seiner höchsten Wertschöpfung. Ein Verwitterungsboden benötigt die sechzigfache Zeit. Holz wächst nach, Boden wächst nicht nach in historischen Zeiträumen.

Das Betriebsmittel Pferd ist im Bringungseinsatz von Waldholz unerreicht ökonomisch und Arbeitsplatz schaffend. Es gibt kaum erfüllenderes, als das verständnisvolle Zusammenarbeiten zwischen Mensch und Tier. Pferderücker wissen das. Schäfer wissen das. Förster wissen das eigentlich auch, zumindest insoweit sie als Jäger auch Hundeführer sind. Warum wissen sie nichts mehr über den ökonomischen Wirkungsraum von Pferd und Mensch? Ist mit der Erfahrung auch das Wissen verloren gegangen? Es sieht wohl so aus.

Das Pferd als ein Relikt nostalgisch verklärter Vergangenheit?

Der heute über achtzigjährige Fuhrhalter und Pferderücker Karl Lange aus Sehlde im Landkreis Wolfenbüttel hat seit seiner Kindheit ein langes Leben mit Pferden hinter sich. Wenn jemand Erfahrungen verinnerlicht hat, dann dieser Mann. Seine Fähigkeit, praktisch zu denken, Geräte zu entwickeln, in denen diese Erfahrungen umgesetzt sind, haben uns zusammengeführt – ihn, den Tüftler und uns Förster von der Stiftung Naturlandschaft.

Für die Stiftung, vom BUND in Niedersachsen vor 13 Jahren eingerichtet und von Forstingenieuren geführt stehen Bodenschutz und Dauerwaldentwicklung oben auf der Wertskala.

Karl Lange hat eine Rückeschleppe erfunden, die dem modernen und zukunftsweisenden Pferdeeinsatz bei der Holzbringung in Wäldern neue Räume eröffnet und die vielleicht sogar als eine kleine technische Revolution bezeichnet werden kann.
Die Zweckmäßigkeit dieser Schleppe mit ihrer variantenreichen Verfahrenstechnik löst Probleme des Rückebetriebs, die bisher oft ergonomische Grenzen für Pferd und Mensch setzten.
Insbesondere in hängigem Gelände entfaltet sie ihre Stärken. Das Verfahren lässt im optimalen Bereich Gassenabstände von 80 bis 100 m zu.

Die Stiftung Naturlandschaft hat die lizenzierte Produktion übernommen. Die Patentanmeldung ist am 20.01.2016 beim Deutschen Patent- und Markenamt eingegangen und trägt das Amtliche Kennzeichen 10 2016 100 858.3.
Die Erfindung lautet: Verfahren zum Beladen einer Rückevorrichtung und Rückevorrichtung. Es sind also sowohl das Gerät, als auch das Verfahren geschützt. Eine Nachanmeldung im Ausland innerhalb der gesetzten Frist ist beabsichtigt.
Projektleiter sind Stiftungspräsident Dipl.Forst-Ing. Karl-Friedrich Weber und Stiftungs-Geschäftsführer Dipl.Forst-Ing. Marc Böhles.

Der Projektträger Jülich-Forschungszentrum hat für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie nach Vorprüfung eine Projektförderung in Form einer „De-minimis“-Beihilfe gemäß Beihilferegelungen der EU-Kommission bewilligt.

Das EZN-Erfinderzentrum Norddeutschland GmbH in Hannover hat die Kosten-Nutzen-Analyse „Pferde-Holzrückegerät“ im November 2015 mit folgendem Ergebnis abgeschlossen:

„Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) empiehlt, den Pferdeeinsatz bei der Waldarbeit auszubauen, da dieser dem Einsatz von Maschinen – bei gemeinsamer Betrachtung der ökologischen und ökonomischen Vorteile – überlegen sei. Sinnvoll erscheint es, den Einsatz von Pferden mit einer vernünftigen Maschinentechnik zu kombinieren, in dem das geschlagene Holz mit Pferden an die Rückegasse vorgeliefert und für das Endrücken mit einem Schlepper weitertransportiert wird.

Zusammenfassend ergeben sich laut BfN durch den Einsatz von Pferden beim Holzrücken die folgenden ökonomischen und ökologischen Vorteile:
weniger Rückeschäden im Bestand
Schonung des Waldbodens
weniger Fahrspuren
weniger Emission
bessere Auslastung des Maschineneinsatzes
geringerer Verlust von Holzbodenfläche durch Erhöhung des Rückegassenabstandes.“

Das EZN-Erfinderzentrum kommt zum abschließenden Ergebnis:

“ Da der Erfindungsvorschlag im Vergleich zum Stand der Technik eine effizientere Methode zur Holzbringung dazustellen scheint und angesicht der o.a. Vorteile, ist ein Markt für Ihr Produkt erkennbar.
Daher bewerten wir das Vorhaben als aussichtsreich und befürworten die Durchführung.“

Wie geht es weiter?

Die Karl Lange-Rückeschleppe ist in mehreren Ausführungen durchkonstruiert worden.
Die Stiftung Naturlandschaft hat eine Metallbaufirma damit beauftragt, die Karl-Lange-Rückeschleppe in zunächst einer schweren, mittelschweren und leichten Ausführung zu produzieren:

Die schwere Ausführung ist für die Kombination Pferd-Maschine zum Rücken von stärkerem Stammholz optimiert und ist sowohl für das Rücken mit zwei Pferden und der Kombination Pferd – Seiltechnik geeignet.  Die Schleppe hat ein geschlossenes Bodenblech, das auf drei trapezförmigen Kufen läuft. Hierdurch wird die Haftreibung deutlich verringert.

Die mittelschwere Ausführung ist ergonomisch günstig von einer Person (Mann oder Frau) im Durchforstungs- und Bestandespflege-Segment zu handhaben.
Die leichte Ausführung ist für das Rücken von Energie-Schwachholz durch leichte Pferde oder Esel und für Kleinwaldbesitzer mit geringerem Holzanfall besonders geeignet.

Interessenten können sich direkt an die Stiftung Naturlandschaft wenden. www.snls.de  E-Mail: stiftung@snls.de oder kweberbund@aol.com

Mobilfunk Böhles: 0170 730 4093 / Funk Weber: 0171 893 8311

Fotos: Karl-Friedrich Weber

die Karl-Lange-Rückeschleppe (Bild 1) und ihr 82jähriger Erfinder Karl Lange aus Sehlde (Bild 2), Werkzeugmacher Jürgen Thriene vom BUND Helmstedt (Bild 3 links) und Stiftungsgeschäftsführer Dipl. Forst-Ing. Marc Böhles (im Bild rechts)

Die Schleppe wird vom Pferd vor den Stamm gezogen und aufgerichtet. Der Stamm wird aufgerichtet, angehängt und zieht sich beim Anzug durch das Pferd selbst auf die Schleppe. Die Schleppe hat Kufen, die eine gute Führung gewährleisten und die Haftreibung weiter vermindern. Mittels einer Hebelvorrichtung lässt sich der Stamm am Maschinenweg ausklinken.
Eine zwischen Pferdegeschirr und Schleppe zwischengeschaltete starke Zugfeder (s. Foto Nr. 4) puffert beim Anzug die Energie ab und schont dadurch Pferd und Material.

Bild 1 a / 1b:  Die Karl-Lange-Rückeschleppe

KL-Rückeschleppe 1

KL-Rückeschleppe auf Wiese 1

Bild 2: Der 82jährige Erfinder der Schleppe, Herr Karl Lange aus Sehlde. Er ist nach kurzer Krankheit am 25. März 2017 im Alter von 83 Jahren verstorben. Die Stiftung Naturlandschaft wird in seinem Sinne den Einsatz von Rückepferden im Wald unterstützen und hierzu den technischen Einsatz der Karl-Lange-Rückeschleppe weiterentwickeln und marktreif machen.

Karl Lange Holzrücker Porträtfoto

Bild 3: Werkzeugmacher Jürgen Thriene vom BUND Helmstedt (links), Stiftungsgeschäftsführer Dipl. Forst-Ing. Marc Böhles (rechts)

KL-Rückeschleppe m Herren

Bild 4: Rechts sieht man die Zugfeder der Karl-Lange-Rückeschleppe, die beim Anzug die Energie abpuffert und so Pferd und Material schont. Die Karl Lange-Rückeschleppe ist in mehreren Ausführungen durchkonstruiert worden. Die Schleppe hier hat ein geschlossenes Bodenblech, das auf drei trapezförmigen Kufen läuft. Hierdurch wird die Haftreibung deutlich verringert. Eine schwere Ausführung für stärkeres Stammholz ist sowohl für das Rücken mit zwei Pferden und der Kombination Pferd – Seiltechnik geeignet.

KL-Rückeschleppe m Federzug

Bild 5 + 6: Eine besonders leichte Ausführung auf Kufen ist im Einpferdebetrieb für Pferde unterschiedlicher Größe entwickelt.

KL-Rückeschleppe light

KL-Rückeschleppe light auseinander

Interessenten können sich direkt an die Stiftung Naturlandschaft wenden: www.snls.de  E-Mail: stiftung@snls.de oder kweberbund@aol.com

Mobilfunk Böhles: 0170 730 4093 / Mobilfunk Weber: 0171 893 8311

Ein sehr informativer Artikel von Karl-Friedrich Weber über die Karl-Lange-Rückeschleppe ist im Magazin „Starke Pferde“ Heft 79 / Herbst 2016 erschienen ( www.starke-pferde.de , hochgeladen mit Einverständnis des Magazins und des Autors ) :

k-l-rueckeschleppe-starke-pferde-heft-79-herbst-2016-compressed


03. 06. 2016:

Das Pferd kommt wieder und wird zu einem festen Bestandteil wirtschaftlich denkender Forstbetriebe.

Die Interessengemeinschaft Zugpferde (IGZ) e.V. wird anlässlich der KWF-Tagung wieder ihre Pferde-Sonderschau durchführen.

Die Stiftung Naturlandschaft, eingerichtet durch den BUND Niedersachsen, präsentiert in diesem Rahmen die Karl Lange-Rückeschleppe, eine Innovation, für die das Patentverfahren läuft.

Frau PD Dr. Ute Seeling (KWF) schreibt zu den Aktivitäten der IGZ:

„Die Rückung mit Pferden ist ein Verfahren, das in der Öffentlichkeit große Sympathien weckt. … Wir freuen uns deshalb ganz besonders auf die Sonderschau Pferderückung, zu der wir die IGZ auch auf der 17. KWF-Tagung 2016 in Roding wieder einladen.
In vielen Demonstrationen hat die IGZ eindrücklich gezeigt, wie sie den Aspekt der Bodenschonung und sehr weite Rückegassenabstände („40plus“) in der Praxis umsetzen will. Voraussetzung ist dabei vielfach eine gute Hiebsvorbereitung und eine enge Abstimung der Akteure für die intelligente Kombination von Pferde- und Maschinenrückung.“

Klaus Wiegand von der Gütegemeinschaft Wald- und Landschaftspflege e.V. schreibt:

„Durch den teilweise unsachgemäßen Einsatz und die dadurch entstandenen gravierenden Bodenschäden wurde die Forstwirtschaft in der Öffentlichkeit stark kritisiert. Dies führte zu einem Umdenken bei verantwortungsbewussten Unternehmern, Förstern und Waldbesitzern. Aufgrund der guten Öffentlichkeitsarbeit der IGZ ist die Pferderückung bei immer mehr Waldbesitzern ein fester Bestandteil der Holzernte geworden.“

Die Dipl. Forst-Ing. Marc Böhles und Karl-Friedrich Weber werden am 9. und 10. Juni auf der Sonderschau anwesend sein, um Fragen über die Karl Lange-Rückeschleppe und deren vielfältige Einsatzmöglichkeiten zu beantworten.


04. 03. 2016:

Kommentar zum Artikel „Fehlender Frost erschwert Holzernte für Sachsenforst“, Freie Presse, 3.3.2016

„Die sächsische Holzindustrie gibt sich auf Nachfrage gelassen: Der Verband der Holz- und Kunststoffe verarbeitenden Industrie Sachsen sieht nach eigenem Bekunden bisher keinerlei Lieferengpässe. Das liege aber vor allem daran, dass das sächsische Holz bei den 330 Mitgliedsunternehmen des Verbandes gar keine große Rolle spiele.“

Wo liegt dann das Problem? Etwa in der Begrenzung der betrieblichen Möglichkeiten durch das Harvester-Forwarder-Rückesystem, dessen hohe Kapitalbindung und zeitliche Einengung seines Einsatzes bei unvorhersagbaren Wetterlagen.

Fortschrittliche Waldeigentümer haben deshalb längst erkannt, dass eine Kombination Pferd-Maschine und entsprechende Bringungstechniken einen Innovationssprung darstellen, der schon bald das rückständige Harvestersystem in den künftig naturnah bewirtschafteten Dauerwäldern ablösen wird.

Diese Waldwende braucht eine Übergangszeit, in der vor allem der noch vorhandene Pferdesachverstand durch Aus- und Fortbildung auf eine neue breite Basis gestellt werden muss. Die jungen Menschen gibt es, die nur darauf warten, dass ihrem Elan eine Chance eingeräumt wird.

Auf die Fuhrbetriebe kommt eine große Aufgabe zu. Ihre Bedeutung wird exponentiell wachsen. Sie können und werden das leisten, wenn ihnen nicht wie bisher die wirtschaftliche Basis vorenthalten wird, die in angemessenen Leistungssätzen besteht.

Diese Waldwende braucht eine Übergangszeit, in der vor allem der noch vorhandene Pferdesachverstand durch Aus- und Fortbildung auf eine breite Basis gestellt werden muss.

Wie viele Ausbildungsstätten in Deutschland bieten derartige Schulungen an?

Polemisch überspitzt: Wie viele wissen noch, wie ein Pferd im Wald aussieht?

Wer ökonomisch denkt und nicht auf den Kostensatz pro Festmeter in EURO starrt, weiß, dass die Schonung des Naturkapitals seines Waldes und betriebliche Witterungsunabhängigkeit ein Vielfaches an Betriebswert darstellt, den es langfristig zu erhalten gilt.

Karl-Friedrich Weber

Hier der Link zum Artikel:

http://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGEBIRGE/ZSCHOPAU/Fehlender-Frost-erschwert-Holzernte-fuer-Sachsenforst-artikel9452294.php


Kurz-Überblick „Warum Pferde im Wald?

http://www.starke-pferde.de/Pferdearbeit/Forstwirtschaft.htm

Hier mehr Infos zum Thema: Interessengemeinschaft Zugpferde e.V.

http://www.ig-zugpferde.de/

Sehr empfehlenswert ist für Interessierte das Magazin „Starke Pferde“

http://www.starke-pferde.de


Kurzkommentare von Karl-Friedrich Weber zum Thema Holzrücken mit Arbeitspferden:

Rückegassenabstände unter 40 m in Jungbeständen werden der Vergangenheit angehören und Abstände von 60 m obligatorisch werden können.  [15.05.2016]

Moderner Pferdeeinsatz im Wald ist die fortschrittlichste Forsttechnik für zukunftsfähiges wirtschaftliches Handeln. Das Harvester-Forwarder-System in seiner jetzigen zerstörerischen Form seiner Anwendung wird Episode bleiben, mit dessen Folgewirkungen werden wir jedoch noch lange zu tun haben. [16.05.2016]

[18.06.2016: ] Pferde sind in Wäldern vielseitig einsetzbar. Vor einem Waldpflug, der den Mineralboden in Rillen freilegt, sind sie die bodenschonendste Alternative gegenüber flächenhafter Bodenbearbeitung für die Schaffung eines Keimbetts für Naturverjüngung oder als Saatfurche, z.B. für Eichelsaat.

Während Eichenverjüngungsmaßnahmen durch Pflanzung oder Saat auf Kahlflächen um 20 000 – 25 000 € pro Hektar kosten, wobei die Böden durch zumeist flächiges Befahren verdichtet werden, ist der alternative Pferdeeinsatz unerreicht wirtschaftlich und bodenschonend.


Die Karl-Lange Rückeschleppe wurde bereits gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Zugpferde e.V. (IGZ) 1) auf der KWF-Tagung 2016 im bayerischen Roding vorgestellt und vorgeführt (Donnerstag + Freitag = 9.+10.06.2016 in Anwesenheit von Karl-Friedrich Weber und Marc Böhles von der Stiftung Naturlandschaft, 11.+12. durch die IGZ)

 Auf dem Tag der offenen Tür der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Iden in der Altmark (9.9.2017) wurde die innovative Neuentwicklung einer Rückeschleppe im praktischen Einsatz durch Karl-Friedrich Weber einem Fachpublikum vorgestellt.

Holzrücker aus Gardelegen hatte die Karl-Lange-Rückeschleppe seit dem vergangenen Winter in der Erprobung und wussten dieses Gerät routiniert zu handhaben.

In nachstehender Fotoserie erschließen sich die Vorteile der Schleppe: Leichtes Gewicht, ergonomisch günstige Handhabung auch für Frauen, geringste Haftreibung am Boden, Transportierbarkeit mit einem Nutzfahrzeug und – an das wir bisher nicht gedacht hatten – die Möglichkeit für einen jungen Rücker, sich auf der Schleppe stehend durch das Pferd an den Einsatzort im Bestand fahren zu lassen (siehe Foto).

Die Karl-Lange-Schleppe wurde durch den Fuhrmann Karl Lange und die Forstleute der Stiftung Naturlandschaft entwickelt und marktfähig gemacht. Karl Lange ist in diesem Sommer verstorben. Wir werden in seinem Sinne weiter für den Pferdeeinsatz im Wald eintreten.

Karl-Friedrich Weber

Fotos: © Marc Böhles

altmark 9-2017 a

altmark 9-2017 b

altmark 9-2017 c

altmark 9-2017 d

altmark 9-2017 k,jpg

 

altmark 9-2017 e

altmark 9-2017 f

altmark 9-2017 g

altmark 9-2017 h

altmark 9-2017 i

altmark 9-2017 j,jpg

wieso können wir Hoffnung schöpfen, dass es weiter geht …

Wer wie gestern in Iden (Altmark) beobachten konnte, wie sich junge Menschen in einer Tier-Mensch-Symbiose vertrautester Form voller Hingabe anspruchsvollen Prüfungen unterziehen, braucht keine Sorge haben – voraus gesetzt, die Erfahrenheit der älteren Generation steht weiterhin zur Verfügung.

Das Pferd lebt – und es wird weiterleben …

Der Tag der offenen Tür der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Iden in der Altmark, gestern am 9. September, stand ganz im Zeichen der Arbeit mit Pferden in Feld und Wald.

Wer dem Vorurteil unterliegt, Pferde seien im Zeichen technischer Entwicklungen nicht mehr zeitgemäß, sollte sein wirtschaftliches Denken auf den Prüfstand stellen.

Da ist es eine Freude zu beobachten, mit welcher Professionalität die heutigen Fuhrhalter – oftmals Frauen – mit hervorragend ausgebildeten Pferden von den Augen strenger Prüfer komplexe Aufgaben erledigen.

Sachsen Anhalt ist ein Pferdeland geblieben, und der Nachwuchs ist auf dem Weg. Entscheidend wird sein, dass den Fuhrhaltern wieder eine existenzsichernde wirtschaftliche Basis durch die Waldbesitzer ermöglicht wird.

Das wäre eine Selbstverständlichkeit, wenn eine tatsächlich nachhaltige Wirtschaftlichkeitsberechnung erfolgte und der Großmaschinentechnologie gegenübergestellt würde. Dabei wären standortspezifische Pferd-Maschine-Arbeitsabläufe sicher die Option.

Karl-Friedrich Weber


Veranstaltungs-Information:

Die Karl-Lange Rückeschleppe wird gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Zugpferde e.V. (IGZ) auf der KWF-Tagung 2016 im bayerischen Roding vorgestellt und vorgeführt werden! (Donnerstag + Freitag = 9.+10.06.2016 in Anwesenheit von Karl-Friedrich Weber und Marc Böhles von der Stiftung Naturlandschaft, 11.+12. durch die IGZ)

http://www.kwf-tagung.org/besucherservice/programm.html


 

Ein "Lotse" durch den Info-Dschungel zur Wald-Problematik in Deutschland